GaAs besitzt viele herausragende Eigenschaften und verfügt über ein breites Anwendungsspektrum, das grob in vier Hauptbereiche eingeteilt werden kann: RF (Radiofrequenz), PHOTONIK, LED (Leuchtdiode) und PV (Photovoltaik).
Photovoltaische Stromerzeugung
In der Photovoltaik (PV)-Technologie ist die Solarzellen sind die kritischste Komponente, und die meisten Zellen, die derzeit zur PV-Stromerzeugung verwendet werden, basieren auf Halbleitertechnologien. GaAs, ein III-V-Verbindungshalbleitermaterial, hat eine Bandlücke, die gut zum Sonnenspektrum passt, und weist eine gute Hochtemperaturtoleranz auf. Im Vergleich zu Silizium-Solarzellen bieten GaAs-Solarzellen eine überlegene Leistung.
Abbildung 4 zeigt eine Miniatur-Dünnschicht-Doppelschicht-GaAs-Fotodiode, die von Sheng und Mitarbeitern [4] hergestellt wurde und deren Photonen- und Ladungsträgertransportverhalten unter Anregungslicht verschiedener Wellenlängen und Intensitäten untersucht wurde. Experimentelle Messungen deuten darauf hin, dass der Photonen-Recycling-Effekt eng mit Parametern wie Anregungswellenlänge und -leistung zusammenhängt. Unter blauviolettem Licht (400–480 nm) und nahem Infrarotlicht (~800 nm) weist der von der Doppelverbindungszelle erzeugte Photostrom superlineare bzw. lineare Eigenschaften in Bezug auf die Anregungsleistung auf. Darüber hinaus kann der Photonen-Recycling-Effekt bei hochintensiver Anregung die Stromanpassung zwischen den Unterzellen deutlich verbessern und so eine breitbandige, hocheffiziente Photoantwort ermöglichen (Wellenlängenbereich 400–800 nm, mit einer externen Quanteneffizienz von nahezu 50 %).
Nanoflüssigkeiten wurden kürzlich als vielversprechende Kühlmittel in PV/T-Systemen erkannt. Samir und Kollegen [5] schlugen eine neuartige kaskadierte Nanofluid-PV/T-Konfiguration mit unabhängigen Kanälen vor, wobei ein Kanal die optischen Eigenschaften steuert und der andere die Wärmeentnahme aus der PV-Zelle verbessert. Im ersten Szenario fungiert das optische Nanofluid als flüssiger optischer Bandpassfilter über der PV-Zelle. Im zweiten Szenario leitet das thermische Nanofluid Wärme von der Rückseite der PV-Zelle ab. Simulationen wurden für GaAs- und Si-basierte PV-Zellen bei verschiedenen Konzentrationsverhältnissen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass der optimale optische Nanofluidfilter etwa 82 % der idealen Spektrumsenergie entweder an GaAs- oder Si-PV-Zellen liefern kann. In Bezug auf den elektrischen Wirkungsgrad konzentrierter Systeme (C = 45 für GaAs und C = 30 für Si) übertrifft das getrennte Kanalsystem (D-1) das Zweikanal-Design (D-2) um 8,6 %. Die Erhöhung des Volumenanteils des thermischen Nanofluids von 0,001 auf 1,5 % verbessert die Gesamteffizienz des D-1-Systems mit GaAs (C = 160) und Si (C = 100) um etwa 5,8 % bzw. 4,6 %. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die PV/T-Konfiguration mit separaten Kanälen weiteres Potenzial für die Entwicklung in Solarenergiesystemen mit hoher Konzentration (C > 100) hat.
Im Hinblick auf kommerzielle Anwendungen haben die hohen Herstellungskosten von GaAs seinen Einsatz in bodengestützten PV-Kraftwerken eingeschränkt. Allerdings haben neue Wachstumstechniken die Herstellungszeit von Solarzellen erheblich verkürzt, was voraussichtlich zu erheblichen Reduzierungen der Prozesskosten führen und möglicherweise die kommerzielle Einführung von GaAs-Zellen in großem Maßstab ermöglichen wird.